Archive for November 2006

bedingungsloses grundeinkommen

30. November 2006

hallo leute,

in der vergangenheit habe ich öfter über das bedingungslose grundeinkommen geschrieben. aus verärgerung über die selbstzerfleischenden debatten auf der attac mailingliste „genug für alle“ habe ich die teilnahme damals gekündigt. ich schrieb unter anderem, dass man keine feinde braucht, wenn man solche mitstreiter hat. das wollten die allerdings nicht hören, jedoch ist zu befürchten, dass sie das bereits wissen.

letzten montag hat sich götz werner in der taz mal wieder zu wort gemeldet, das interview war der aufmacher. er ist ja ein leidenschaftlicher verfechter dieser idee. als sehr erfolgreicher unternehmer kann er es sich leisten, gedanken zu entwickeln, welche die herrschende systemlogik zu verlassen, die aber den makel haben, dass sie auf der vorstellung fortlaufenden wachstums zu basieren scheinen.

der ansatz bleibt aus seiner sicht richtig, wenn schon, denn schon.

unter den herrschenden umständen bleibe ich ein anhänger von ihm.

es grüsst euch

peteke

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amokläufernachschlag

23. November 2006

hallo leute,

bislang wenig publiziert finden sich aus meiner sicht treffende einschätzungen im medienwald zu diesem drama, die über die bekannte betrachtung hinausgehen. die gleichgeschalteten medien bedienen das stellenweise erfolgreich gehirngewaschene publikum oder besser:

die wäsche wird fortgesetzt. rühmliche ausnahmen häufen sich hoffentlich.

es grüsst

peteke

aktueller amoklauf

22. November 2006

hallo leute,

ich dokumentiere hier den vollständigen text aus dem netzabschiedsbrief von sebastian b., der seit gestern auch einen namen hat. die einleitung in dem telepolis artikel ist alleinstehend im medienwald. häufig liesst man hier unerwartetes.

viel war bereits in den medien zu lesen. unterschiedlich ausgeprägt war regelmässig die einschätzung, dass ihm diese gesellschaft keine (zukunfts)chancen bieten konnte. sicherlich sind da auch dinge in seiner persönlichkeitsentwicklung schiefgelaufen, die nicht unmittelbar mit schule und gesellschaft zusammenhängen, aber die bausteine werden langsam sichtbar:

hoher stellenwert im schülerleben hat materielles, konsum.

seine verliererrolle sieht er ihm von der schule zugewiesen.

er erlebt die welt von geld und medien regiert.

in einigen medien wird er als schulversager bezeichnet. das gibt der text und sein versierter umgang mit modernen elektronischen medien so nicht unbedingt her.

das schliessen von freundschaften erlebt er als abhängig von (materiellen) statussymbolen und konsumteilhabe auf hohem niveau.

diese punkte sind doch doch völlig real! hier handelt es sich um „werte“, die in der schönen neuen welt des wachstums als aufschwungsfördernd und nötig gelten. diese computerspiele, die ich auch nicht wirklich in ordnung finde, werden teilweise auf extrem hohem kommerziellem niveau produziert. beachtet einmal die anzahl der aufgeführten (bezahlten) mitarbeiter! alles extrem kostenintensiv produziert, fördert also den systemerhalt.

die reduktion des problems der politiker auf diese spiele ist scheinheilig und symptomatisch, weil sehr viele jugendliche diese spiele und gotcha als hobby betreiben, die nicht solche amokläufe veranstalten. aus dieser sicht heraus würde eine armee bereitstehen, die albtraumhaft wäre. die diskussion über waffenrecht trifft ebenfalls keineswegs das problem: aus dem vorfall in berlin haben wir hoffentlich gelernt, das auch handelsübliche messer für einen amoklauf locker ausreichen. oder jeder andere spitze gegenstand.

ein grosser teil der gründe, die eine solch vernichtende resignation fördern, kann auch ältere erwachsene erreichen, von denen es gewiss genug gibt. die haben nicht das ins feld geführte profil der angeführten jugendlichen. die ticken dann anders.

ich neige zu folgender einschätzung:

je mehr nichtgewinner dieses system produziert, desto höher wird die rate von menschen, die nix mehr zu verlieren haben. der anteil von leuten, die völlig abdriften, wird ansteigen. gnade uns gott. die angriffsziele werden noch modifiziert werden (…). kenner meiner texte ahnen, worauf ich hinaus möchte.

nun der text:

Wenn man weiss, dass man in seinem Leben nicht mehr Glücklich werden kann, und sich von Tag zu Tag die Gründe dafür häufen, dann bleibt einem nichts anderes übrig als aus diesem Leben zu verschwinden. Und dafür habe ich mich entschieden. Es gibt vielleicht Leute die hätten weiter gemacht, hätten sich gedacht „das wird schon“, aber das wird es nicht.

Man hat mir gesagt ich muss zur Schule gehen, um für mein leben zu lernen, um später ein schönes Leben führen zu können. Aber was bringt einem das dickste Auto, das grösste Haus, die schönste Frau, wenn es letztendlich sowieso für’n Arsch ist. Wenn deine Frau beginnt dich zu hassen, wenn dein Auto Benzin verbraucht das du nicht zahlen kannst, und wenn du niemanden hast der dich in deinem scheiss Haus besuchen kommt!

Das einzigste was ich intensiv in der Schule beigebracht bekommen habe war, das ich ein Verlierer bin. Für die ersten jahre an der GSS stimmt das sogar, ich war der Konsumgeilheit verfallen, habe anach gestrebt Freunde zu bekommen, Menschen die dich nicht als Person, sondern als Statussymbol sehen.

Aber dann bin ich aufgewacht! Ich erkannte das die Welt wie sie mir erschien nicht existiert, das ie eine Illusion war, die hauptsächlich von den Medien erzeugt wurde. Ich merkte mehr und mehr in was für einer Welt ich mich befand. Eine Welt in der Geld alles regiert, selbst in der Schule ging es nur darum. Man musste das neuste Handy haben, die neusten Klamotten, und die richtigen „Freunde“. hat man eines davon nicht ist man es nicht wert beachtet zu werden. Und diese Menschen nennt man Jocks. Jocks sind alle, die meinen aufgrund von teuren Klamotten oder schönen Mädchen an der Seite über anderen zu stehen. Ich verabscheue diese Menschen, nein, ich verabscheue Menschen.

Ich habe in den 18 Jahren meines Lebens erfahren müssen, das man nur Glücklich werden kann, wenn man sich der Masse fügt, der Gesellschaft anpasst. Aber das konnte und wollte ich nicht. Ich bin frei! Niemand darf in mein Leben eingreifen, und tut er es doch hat er die Konsequenzen zu tragen! Kein Politiker hat das Recht Gesetze zu erlassen, die mir Dinge verbieten, Kein Bulle hat das Recht mir meine Waffe wegzunehmen, schon gar nicht während er seine am Gürtel trägt.

Wozu das alles? Wozu soll ich arbeiten? Damit ich mich kaputtmaloche um mit 65 in den Ruhestand zugehen und 5 Jahre später abzukratzen? Warum soll ich mich noch anstrengen irgendetwas zu erreichen, wenn es letztendlich sowieso für’n Arsch ist weil ich früher oder später krepiere?

Ich kann ein Haus bauen, Kinder bekommen und was weiss ich nicht alles. Aber wozu? Das Haus wird irgendwann abgerissen, und die Kinder sterben auch mal. Was hat denn das Leben bitte für einen Sinn? Keinen! Also muss man seinem Leben einen Sinn geben, und das mache ich nicht indem ich einem überbezahlten Chef im Arsch rumkrieche oder mich von Faschisten verarschen lasse die mir erzählen wollen wir leben in einer Volksherrschaft.

Nein, es gibt für mich jetzt noch eine Möglichkeit meinem Leben einen Sinn zu geben, und die werde ich nicht wie alle anderen zuvor verschwenden! Vielleicht hätte mein Leben komplett anders verlaufen können. Aber die Gesellschaft hat nunmal keinen Platz für Individualisten. Ich meine richtige Individualisten, Leute die selbst denken, und nicht solche „Ich trage ein Nietenarmband und bin alternativ“ Idioten!

Ihr habt diese Schlacht begonnen, nicht ich. Meine Handlungen sind ein Resultat eurer Welt, eine Welt die mich nicht sein lassen will wie ich bin. Ihr habt euch über mich lustig gemacht, dasselbe habe ich nun mit euch getan, ich hatte nur einen ganz anderen Humor!

Von 1994 bis 2003/2004 war es auch mein Bestreben, Freunde zu haben, Spass zu haben. Als ich dann 1998 auf die GSS kam, fing es an mit den Statussymbolen, Kleidung, Freunde, Handy usw.. Dann bin ich wach geworden. Mir wurde bewusst das ich mein Leben lang der Dumme für andere war, und man sich über mich lustig machte. Und ich habe mir Rache geschworen!

Diese Rache wird so brutal und rücksichtslos ausgeführt werden, dass euch das Blut in den Adern gefriert. Bevor ich gehe, werde ich euch einen Denkzettel verpassen, damit mich nie wieder ein Mensch vergisst!

Ich will das ihr erkennt, das niemand das Recht hat unter einem faschistischen Deckmantel aus Gesetz und Religion in fremdes Leben einzugreifen!

Ich will das sich mein Gesicht in eure Köpfe einbrennt!

Ich will nicht länger davon laufen!

Ich will meinen Teil zur Revolution der Ausgestossenen beitragen!

Ich will R A C H E !

Ich habe darüber nachgedacht, dass die meisten der Schüler die mich gedemütigt haben schon von der GSS abgegangen sind. Dazu habe ich zwei Dinge zu sagen:

1. Ich ging nicht nur in eine klasse, nein, ich ging auf die ganze Schule. Die Menschen die sich auf der Schule befinden, sind in keinem Falle unschuldig! Niemand ist das! In deren Köpfen läuft das selbe Programm welches auch bei den früheren Jahrgängen lief! Ich bin der Virus der diese Programme zerstören will, es ist völlig irrelewand wo ich da anfange.

2. Ein Grossteil meiner Rache wird sich auf das Lehrpersonal richten, denn das sind Menschen die gegen meinen Willen in mein Leben eingegriffen haben, und geholfen haben mich dahin zu stellen, wo ich jetzt stehe; Auf dem Schlachtfeld! Diese Lehrer befinden sich so gut wie alle noch auf dieser verdammten schule!

Das Leben wie es heute täglich stattfindet ist wohl das armseeligste was die Welt zu bieten hat! S.A.A.R.T. – Schule, Ausbildung, Arbeit, Rente, Tod Das ist der Lebenslauf eines „normalen“ Menschen heutzutage. Aber was ist eigentlich normal?

Als normal wird das bezeichnet, was von der Gesellschaft erwartet wird. Somit werden heutzutage Punks, Penner, Mörder, Gothics, Schwule usw. als unnormal bezeichnet, weil sie den allgemeinen Vorstellungen der Gesellschaft nicht gerecht werden, können oder wollen. Ich scheiss auf euch! Jeder hat frei zu sein! Gebt jedem eine Waffe und die Probleme unter den Menschen lösen sich ohne jedliche Einmischung Dritter. Wenn jemand stirbt, dann ist er halt tot. Und? Der Tod gehört zum Leben! Kommen die Angehörigen mit dem Verlust nicht klar, können sie Selbstmord begehen, niemand hindert sie daran!

S.A.A.R.T. beginnt mit dem 6. Lebensjahr hier in Deutschland, mit der Einschulung. Das Kind begibt sich auf seine perönliche Sozialisationsstrecke, und wird in den darauffolgenden Jahren gezwungen sich der Allgemeinheit, der Mehrheit anzupassen. Lehnt es dies ab, schalten sich Lehrer, Eltern, und nicht zuletzt die Polizei ein. Schulpflicht ist die Schönrede von Schulzwang, denn man wird ja gezwungen zur Schule zu gehen.

Wer gezwungen wird, verliert ein Stück seiner Freiheit. Man wird gezwungen Steuern zu zahlen, man wird gezwungen Geschwindigkeitsbegrenzungen einzuhalten, man wird gezwungen dies zu tun, man wird gewzungen das zu tun. Ergo: Keine Freiheit!

Und sowas nennt man dann Volksherrschaft. Wenn das Volk hier herrschen würde, hiesse es Anarchie!

WERDET ENDLICH WACH – GEHT AUF DIE STRASSE – DAS HAT IN DEUTSCHLAND SCHONMAL FUNKTIONIERT!

Nach meiner Tat werden wieder irgendwelche fetten Politiker dumme Sprüche klopfen wie „Wir halten nun alle zusammen“ oder „Wir müssen gemeinsam versuchen dies durchzustehen“. Doch das machen sie nur um Aufmerksmakeit zu bekommen, um sich selbst als die Lösung zu präsentieren. Auf der GSS war es genauso… niemals lässt sich dieses fette Stück Scheisse von Rektorin blicken, aber wenn Theater- aufführungen sind, dann steht sie als erste mit einem breiten Grinsen auf der Bühne und präsentiert sich der Masse!

Nazis, HipHoper, Türken, Staat, Staatsdiener, Gläubige…einfach alle sind zum kotzen und müssen vernichtet werden! (Den begriff „Türken“ benutze ich für alle HipHopMuchels und Kleingangster; Sie kommen nach Deutschland weil die Bedingungen bei ihnen zu hause zu schlecht sind, weil Krieg ist… und dann kommen Sie nach Deutschland, dem Sozialamt der Welt, und lassne hier die Sau raus. Sie sollten alle vergast werden! Keine Juden, keine Neger, keine Holländer, aber Muchels! ICH BIN KEIN SCHEISS NAZI)

Ich hasse euch und eure Art! Ihr müsst alle sterben!

Seit meinem 6. Lebensjahr wurde ich von euch allen verarscht! Nun müsst ihr dafür bezahlen!

Weil ich weiss das die Fascholizei meine Videos, Schulhefte, Tagebücher, einfach alles, nicht veröffentlichen will, habe ich das selbst in die Hand genommen.

Als letztes möchte ich den Menschen die mir was bedeuten, oder die jemals gut zu mir waren, danken, und mich für all dies Entschuldigen!

Ich bin weg…

Links

(1) http://www.heise.de/tp/r4/artikel/24/24030/1.html

Telepolis Artikel-URL: http://www.heise.de/tp/r4/artikel/24/24032/1.html


Copyright © Heise Zeitschriften Verlag

lesenswert:

http://www.zeit.de/online/2006/47/Interview-Bergmann?page=all

http://www.zeit.de/online/2006/47/Amoklauf-Taeter?page=all

es grüsst

peteke

stromausfall

7. November 2006

hallo leute,

am wochenende gab es in teilen europas einen stromausfall. eigentlich logisch, dass so etwas mal passieren kann. überraschend erscheint, dass bis nordafrika auswirkungen zu spüren waren, wie berichtet wurde. die vernetzung von dingen aller art einer bestimmten grösse zieht probleme einer besonderen art nach sich. voraussetzung für das funktionieren solch eines systems ist die steuerung. allgemeine überlegungen darüber zielen stets auf eine zentrale steuerung. im zeitalter der computer ist jedoch ein denken vorangetrieben worden, dass phantasien befördert, dieses sei unbeschränkt möglich.

die genaue ursache des stromausfalls wurde bislang nicht exakt lokalisiert.

schaut euch um:

das betriebssystem eines beliebigen computers ist keineswegs so zuverlässig, wie es wünschenswert wäre.

regierungen und konzernführungen halten das system, für deren erhalt sie zuständig sind keineswegs überlebensfähig.

überraschende denkanstösse liefert die lektüre eines der zahlreichen bücher von frederik vester. dieser beschäftigt sich mit der kybernetischen betrachtung von zusammenhängen aller art. hier werden ansichten geliefert, die heutigen betrachtungsweisen entgegengesetzt gegenüberstehen, die essenz:

das neue ganze verhält sich völlig anders als vorher seine einzelteile.

das herangehen an die aktuelle problematik wird nur symptomatisch sein: hier neue leitungen, da ein neues kraftwerk und natürlich: neue steuerung…

der aspekt, das da eine kritische grösse überschritten sein könnte, wird öffentlich nicht ausgesprochen. die antworten und umsetzung werden bekannt erscheinen.

die konzerne, in deren hände das schicksal von schlüsseltechnologien zur zeit gelegt wird, stellen sich wirklich nicht treuhändersch für den nachhaltigen umgang mit den immer knapper werdenden ressourcen dar.

schlüssel sehe ich in unerwarteten fragen: wie sieht es eigentlich mit umschaltungsmöglichkeiten im energiesektor aus , die eine dezentralisierung im stromnetz kurzfristig erreichen können?

solche fragen werden wohl kaum an das ohr der geneigten öffentlichkeit kommen. ich hoffe, bald mal andere sachen in den medien zu lesen.

es grüsst

peteke

Atemberaubender Rückblick auf 35 Jahre Magma

4. November 2006

hallo leute,

unerwartet gibt sich das ha interessiert. magma kenne ich seit 1980. damals (…) hätten ha redakteure das thema magma nicht mal mit der kneifzange angefasst. heute wird darüber überschwenglich berichtet. in dieser zeit kannte ich eine psychiatrisch angehauchte frau mit halluzinogener drogenerfahrung, die echt magma abhängig war.

durch die in eigener kunstsprache gesungenen texte waren die inhalte unverständlich. diese frau erhoffte offenbarung darin für sich.

was aus ihr geworden ist, weiss ich nicht.

trotzdem: magma ist genial!

Atemberaubender Rückblick auf 35 Jahre Magma

magma live steht interessierten zur verfügung.

info, wirkt unvollständig, platt und schöngefärbt, besser als nix

magma probehören…

es grüsst alle

peteke

Die verscherbelte Bundesdruckerei

3. November 2006

hallo leute,

über „privatisierung“, die ja im allgemeinen ja eine konzernisierung darstellt, habe ich in der vergangenheit schon oft geschrieben. was diese finanzjongleure da alles so veranstalten, um bei „käufen“ steuerfinanzierten öffentlichen eigentums einen guten schnitt zu machen, will ich nicht dadurch würdigen, indem ich mich mit details beschäftige. diese betriebswirtschaft der besonderen art, den geschäftspartner über den tisch zu ziehen, verdient das nicht. auffällig ist immer wieder, dass der staat in zu verkaufende objekte vorher oft noch viel geld steckt. in hamburg liess sich das beim lbk „verkauf“ ebenfalls beobachten.

wenn die bundesdruckerei zum bespiel für den staat eine belastung dargestellt hat und nach der übernahme satten profit abzuwerfen scheint, liegt das daran, das diese finanztrickser ihre gesamte energie darauf gerichtet haben, sich den „kauf“ steuerfinanzieren zu lassen und selbst kaum steuern zu zahlen. in dem erhellendem artikel ist belegt, dass auch etliche taschen gut gefüllt worden sind. vermutlich konnten die das von den kaum gezahlten steuern auch noch absetzen.

erst wird kräftig abgesahnt, und die verbindlichkeiten der nunmehr maroden hinterlassenschaft verbleiben wie immer bei… ihr ahnt es schon.

die rahmenbedingungen für diese nimmersatte gierbefriedigung schuf die politik, auch wenn vereinzelt teile ihres personals die folgen beklagt.

schön dokumentiert, auch wenn man nur einen teil glauben kann, ist das schlimm genug.

nun schliesst sich erneut ein kreis. das produkt dieses systems zeigt sein gesicht.

ich persönlich versuche, soweit das möglich ist, nicht an diesem verbrecherischen system teilzuhaben. wenn ich vernehme, das altersvorsorge an aktienmarktbasierte anlagen zukünftig gekoppelt sein könnten, die auf solchen machenschaften aufbauen, gibt das anlass zur sorge.

solche akteure scheinen ja bedeutende leistungsträger des wachstums zu sein, das kurssteigerungen erzeugt, die nötig sind, damit das system funktioniert.
somit hat sich dieses system einmal selbst wieder vorgeführt.

nie darf vergessen werden, dass reale menschen dieses vorantreiben.

will man durch eigenes zutun diesen leuten die finanzierung seiner altersvorsorge überlassen?

soviel essen kann man garnicht, wie man kotzen müsste.

immer lesenswert!

es grüsst alle

peteke

wirtschaftswachstum

2. November 2006

hallo leute,

alle kennen solche schlagzeilen, hier die aktuellen:

Kunden zahlen 26 Milliarden Euro zu viel

Deutsche Bank macht Milliarden-Gewinn

ein blick auf meine kontoauszüge zeigt lediglich ein wachstum der ausgaben für nachzahlungen:

300 euro für mietnebenkosten und 200 euro für strom bei nicht wesentlich gestiegenem verbrauch. ich finanziere also direkt die wachstumsraten und die konzerngewinne, ohne dass die arbeitplatzsversprechen der politik eingelöst werden. die konzerne versprechen längst kaum noch schaffung ausreichend vieler arbeitsplätze, um der massenarbeitslosigkeit entgegenzuwirken. der beschiss ist für jeden offensichtlich. dieses system funktioniert nicht, wie versprochen.

heute ist zu hören und zu lesen, dass sich euro geldscheine auflösen . ich bin geneigt, das als metapher deuten: real löst sich die verfügbare geldmenge in der hand der normalen bevölkerung auf, wie im vorabsatz beschrieben, jeder kennt das. nun beginnen sich die banknoten auch physisch durch chemische prozesse real aufzulösen. das ist wahrlich ein geniales zeichen. könnte von joseph beuys erdacht sein.

es grüsst alle

peteke

klimawandel

1. November 2006

hallo leute,

gestern waren alle zeitungen gefüllt mit meldungen, in denen es um notwendiges handeln dagegen ging. dazu ein kommentar aus der heutigen taz:

Deutschland muss handeln

Kommentar von Manfred Kriener

Die Kohlendioxid-Konzentration der Erdatmosphäre ist auf die Rekordmarke von 380 ppm gestiegen: Das ist der höchste Wert seit 3,5 Millionen Jahren. In der Warmzeit des mittleren Pliozän sollen ähnliche Bedingungen geherrscht haben. Neun Jahre nach Kioto und 14 Jahre nach Rio ist die Menschheit mit ihrem wichtigsten Projekt keinen Zentimeter vorangekommen: die Erde aus dem Schwitzkasten der Klimakatastrophe zu befreien. Im Gegenteil: Der Ausstoß des Klimakillers Kohlendioxid steigt weltweit mit fast naturgesetzlicher Konstanz dramatisch an, die Erdatmosphäre wird stärker denn je als Müllhalde benutzt.

Auch Europa wird seine Reduktionsziele nicht erreichen, das steht jetzt schon fest. Und in der Bundesrepublik, bei der großen Umweltlokomotive, verzeichnet der Klimaschutz schockierende Rückschläge. Beim Emissionshandel hat Minister Gabriel der Industrie so großzügige CO2-Budgets genehmigt, dass der frühere Umweltstaatssekretär Baake von „einer Lizenz zur Emissionssteigerung“ spricht. Im Verkehr sieht es noch düsterer aus. Im Vergleich zum Referenzjahr 1990 hat der CO2-Ausstoß um über 20 Prozent zugelegt. Mit viel Getöse hatte sich die Autoindustrie auf einen Flottenwert von 140 Gramm Kohlendioxid selbstverpflichtet. Sie ist weit davon entfernt. BMW stinkt mit 190, Mercedes mit 180 Gramm. VW ist gleich mehrfacher Spitzenreiter: beim höchsten Spritverbrauch aller Autos. Und im Luftverkehr sind 15 Jahre nur heiße Luft zu bilanzieren: weder Emissionshandel noch Ticketabgabe oder Kerosinsteuer.

Nach Aussagen des Chefklimatologen der Nasa bleiben der Menschheit nur noch zehn Jahre Zeit für echten Klimaschutz. Die Bundesregierung übernimmt jetzt mit dem G-8-Vorsitz und der EU-Ratspräsidentschaft eine Schlüsselrolle. Es muss endlich vorangehen. In zwei Wochen beginnen in Nairobi die Verhandlungen zum Kioto-Folgevertrag. Schicksalstage für den blauen Planeten. Zumindest die Buchhaltung der Katastrophe ist mustergültig. Während der Eisschild der Erde in Zeitlupe schmilzt, messen wir brav immer neue Rekordtemperaturen. Und auch die Ausrottung eines Viertels aller landlebenden Tierarten wird sauber verwaltet.

taz Nr. 8114 vom 1.11.2006, Seite 1, 62 Kommentar Manfred Kriener, Leitartikel

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aus:

im grunde genommen nix wirklich neues, interessanter und symptomatisch jedoch ist die durchsicht heutiger onlineausgaben vieler zeitungen: kaum was zu finden.

diesen strohfeuereffekt kann man ohne mühe deuten als richtungsweisend für den erwarteten umgang mit dieser problematik: ersteinmal abwarten, was so passiert, nämlich:

vorerst weiter wie bisher, was machen die anderen, noch schnell spritfressende autohalden abbauen, bevor eventuell spritsparende modelle nachfolgen und so weiter.

so wird das nix.

„ Die Probleme, die es in der Welt gibt, sind nicht mit der gleichen Denkweise zu lösen, die sie erzeugt hat.“
(Albert Einstein angesichts der Weltwirtschaftskrise 1929)

oft und sehr ans herz gelegt:
richtungsweisend

es grüsst alle

peteke