Archive for Februar 2007

christian klar

27. Februar 2007

hallo leute,

ich denke, dass einige von euch auf eine stellungnahme von mir zu diesem thema bereits gewartet haben. nun denn…

zuerst dokumentiere ich den text, um den es geht:

aus der jungen welt:

15.01.2007 / Inland / Seite 5

Dokumentiert: »Das geht anders«

Christian Klar, ehemaliger Angehöriger der Rote-Armee-Fraktion (RAF), seit 1982 inhaftiert und 1985 zu lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilt, wandte sich am Samstag mit einer Erklärung an die Teilnehmer der diesjährigen Rosa-Luxemburg-Konferenz:

Liebe Freunde, das Thema der diesjährigen Rosa-Luxemburg-Konferenz »Das geht anders« bedeutet – so verstehe ich es – vor allem die Würdigung der Inspiration, die seit einiger Zeit von verschiedenen Ländern Lateinamerikas ausgeht. Dort wird nach zwei Jahrzehnten sozial vernichtender Rezepte der internationalen Besitzerklasse endlich den Rechten der Massen wieder Geltung gegeben und darüber hinaus an einer Perspektive gearbeitet.

Aber wie sieht das in Europa aus? Von hier aus rollt weiter dieses imperiale Bündnis, das sich ermächtigt, jedes Land der Erde, das sich seiner Zurichtung für die aktuelle Neuverteilung der Profite widersetzt, aus dem Himmel herab zu züchtigen und seine ganze gesellschaftliche Daseinsform in einen Trümmerhaufen zu verwandeln. Die propagandistische Vorarbeit leisten dabei Regierungen und große professionelle PR-Agenturen, die Ideologien verbreiten, mit denen alles verherrlicht wird, was den Menschen darauf reduziert, benutzt zu werden.

Trotzdem gilt hier ebenso: »Das geht anders«. Wo sollte sonst die Kraft zu kämpfen herkommen? Die spezielle Sache dürfte sein, daß die in Europa ökonomisch gerade abstürzenden großen Gesellschaftsbereiche den chauvinistischen »Rettern« entrissen werden. Sonst wird es nicht möglich sein, die Niederlage der Pläne des Kapitals zu vollenden und die Tür für eine andere Zukunft aufzumachen.

Es muß immer wieder betont werden: Schließlich ist die Welt geschichtlich reif dafür, daß die zukünftigen Neugeborenen in ein Leben treten können, das die volle Förderung aller ihrer menschlichen Potentiale bereithalten kann und die Gespenster der Entfremdung von des Menschen gesellschaftlicher Bestimmung vertrieben sind. (more…)

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irankrieg

27. Februar 2007

hallo leute,

in den meldungen verdichten sich die anzeichen, dass die usa wie erwartet den iran im frühjahr oder schon ende märz dieses jahres militärisch angreifen werden. wir werden in nächster zeit bei den leider üblichen terroranschlägen im irak zunehmend von verbindungen hören, die in den iran weisen. willig werden hiesige medien diese einflüsterungen nachplappern. das ist leider nix wirklich neues, bekannt von der irakkriegsanbahnung.

hochinteressant ist der bericht über ein gespräch mit dem bekanntesten iranischen blogger hossein derakshan:

Er meint was er sagt, wenn er ankündigt, er werde notfalls den Iran verteidigen, wenn es zum Krieg kommt. Er ist nicht der einzige Iraner, der mit dem Regime in Konflikt steht und dennoch so denkt. Das sollte im Westen zur Kenntnis genommen werden.

die perser lieben ihr land, auch wenn hier viele sagen, die mullahs müssten weg. so ein patriotismus ist hier in deutschland vielen fremd, vor allem jüngeren leuten. ich glaube, dass die usa hier noch unerwartete überraschungen erleben werden, zumal dort viele sehr reiche iraner, saudis und andere leben. wenn die alle mit ihrem geld abziehen, passiert schon einiges.

es grüsst euch

peteke

spd in hamburg

26. Februar 2007

hallo leute,

keineswegs glaube ich, dass in hamburg alles besser wird, wenn die spd an den drücker kommt. diese urwahlveranstaltung um den bürgermeisterkandidaten mit den fehlenden tausend briefwahlstimmen war mehr als peinlich und lässt auf den gegenwärtigen inneren zustand blicken.

wer solche genossen hat, braucht keine feinde.

unverdienterweise wird ovb davon profitieren.

die können einem fast leid tun.

es grüsst euch

peteke

verdruss

25. Februar 2007

hallo leute,

kurt beck hat eine befürchtung;

„Menschen, die in permanenter Unsicherheit leben, werden sich verändern.“

klasse, nicht wahr? merken diese gestalten eigentlich noch etwas?

das gegenwärtige politikpersonal hat immer noch nicht mitbekommen, was die folgen ihrer politik schon lange bei den menschen angerichtet hat, die noch in beschäftigung sind und bei verlierern dieser umverteilungspolitik sowieso. gesamtgesellschaftlich betrachtet beobachte ich zunehmend, das innerhalb der systemspielregeln eigentlich kaum platz für dringend notwendige veränderungen ist. den meisten von uns wird dazu etwas einfallen! (more…)

feedreader

25. Februar 2007

hallo leute,

dem blogwart ist nicht entgangen, dass seit ungefähr einer woche vier bis fünf leute meine seiten mit einem feedreader aufrufen. tolle technik, was?

es grüsst

peteke

mineralöl

25. Februar 2007

hallo leute,

überraschend hat klaus töpfer zum titelthema einen hochinteressanten vorschlag gemacht.

der link ist verfallen, darum ging es:

Klaus Töpfer, ehemalliger Direktor der UN-Umweltorganisation UNEP und Bundesumweltminister unter Helmut Kohl hat sich im Interview mit der Frankfurter Rundschau dafür ausgesprochen, Flugverkehr zu verteuern, um Klima zu schützen und Entwicklung zu fördern. Er schlug vor, eine Kerosinsteuer einzuführen oder die Fluggesellschaften in den Emissionshandel einzubeziehenwirkung würde natürlich erst eintreten, wenn das auf eu ebene gemacht wird.

leider werden die das aber nicht gebacken bekommen.

es grüsst

peteke

hamburg

23. Februar 2007

hallo leute,

der vollmundigen ankündigung unseres bürgermeisters ole von beust, der klimaschutz mittlerweile als wichtige zukunftsaufgabe erkannt hat, sind bislang keine nennenswerten taten gefolgt. sogar das hamburger abendblatt stellt kritische fragen.

die gal in der hamburger bürgerschaft treibt die cdu mühelos vor sich her, nicht erst seit heute. bei der angriffsfläche, die geboten wird, ist das keine grosse kunst. deren argumente sind einleuchtend. solange diese herrschaften ihren steigerungsvisionen von der wachsenden stadt nachhängen, wobei denen traditionell die hafenunternehmen besonders am herzen liegen, ist da kein segen drauf. was da so alles um die welt geschippert wird…

immer noch scheinen alle politisch verantwortlichen(?) in dem glauben zu sein, den ganzen wachstumsschnickschnack mit grünem anstrich weitertreiben zu können.

soll man da hinterherlaufen müssen?

die meisten abhängig beschäftigten haben bereits erkannt, dass sie am real exixtierenden wachstum nicht teilhaben. zufrieden kann man sein, wenn die eigene lage halbwegs stabil bleibt.

eigenes konsumverhalten sollte fortlaufend angeschaut werden, ob schädliches wachstum dadurch unterstützt wird und geändert werden.

wir könnten immer mehr werden!

es grüsst

peteke

co2 kfz steuer

22. Februar 2007

hallo leute,

die gegenwärtige diskussion um die co2 basierte kfz steuer hat eine mentale schieflage. in der taz vom 21. februar war das ein aufmacher. pro und kontra wurden besprochen. das dilemma demaskiert sich sofort:

die normalität, ein auto zu haben und die zunahme des viel zu billigen (güter)verkehrs allgemein hat im lauf der jahre vielfältige aktuelle probleme erzeugt, direkte auswirkungen:

umweltprobleme (abgase, lärm), unfallopfer, verschuldung…

indirekt:

zersiedelung (supermärkte auf der grünen wiese, ortsferne arbeitsplätze),

unsinnige warentransporte (süddeutsche milchprodukte konkurrenzfähig billig neben ortsnah produzierten erzeugnissen)

diese kleine aufzählung ist sehr unvollständig. hochaktuell bleibt ein buch aus dem jahr 1990 von frederic vester mit dem titel „ausfahrt zukunft“, ausleihbar an interessierte.

jedem sei sein auto gegönnt. aber:

der gegenwärtige ansatz, dass der staat jedem bürger dass viel zu billige autofahren letztendlich subventioniert weiterhin ermöglichen muss, ist nicht nur in anbetracht des absehbar versiegenden erdölflusses verkehrt. „die wirtschaft“ scheint in ihren überlegungen ebenfalls davon auszugehen, dass die bürger und die warentransporte weiterhin uneingeschränkt billig mobil bleiben. diese denke kann nicht mehr lange funktionieren und führt in die sackgasse.

die wirklichen kosten des autoverkehrs kommen nicht auf den richtigen tisch.

ärgerlich bleibt, dass die taz und linksfraktion auf diesen argumentationszug aufspringen.

zu hoffen bleibt, dass ich niemandem persönlich zu nahe trete.

es grüsst

peteke

neue töne

20. Februar 2007

hallo leute,

die heutige taz wartet mit dem aufmacher „der kapitalismus zerstört das klima“ auf. es wird ein taz-gespräch auf der ganzen seite 3 mit michael müller, spd staatssekretär im bundesumweltministerium gebracht. ungewohnte töne sind dort zu lesen. müller analysiert dort zustände in politik, wirtschaft und im energiesektor durchaus konsequent und stellt sogar die systemfrage:

Die kapitalistische Philosophie des „Mehr, schneller und weiter“ ist am Ende.

unverständlicherweise verzichtet er jedoch darauf, die triebkräfte, die der motor für das alles sind, zu benennen. das wachstumsdogma, dem alle nachhängen, hat bislang überwiegend den grossen aktiengesellschaften genutzt und sonst viel schaden angerichtet. alle anderen richtigen dinge, über die er spricht, werden zur zeit nicht gefördert, da die politik eher den multis entgegenkommt. hier muss politik terrain zurückgewinnen.

erfreulich, wenn man einmal ungewohnte einsichten vom politikpersonal lesen kann. ein erster schritt ist getan. mal sehen, wie sich die diskussion entwickelt.

es grüsst alle

peteke

steuern sprudeln

16. Februar 2007

hallo leute,

jetzt sprudeln also die steuern und die üblichen verdächtigen übertreffen sich gegenseitig in ihren einschätzungen. bei aller freude muss jedoch daran erinnert werden, das bei diesem thema eine unheilvolle entwichlung über viele jahre stattgefunden hat:

Die Lohnsteuerbelastung ist von 1960 bis 2006 von 6,3 Prozent auf 18 Prozent gestiegen. Die Steuerbelastung auf Gewinn- und Vermögenseinkommen ist im gleichen Zeitraum von 20 auf 6 Prozent gesunken.

da hat sich niemand mit ruhm bekleckert.

die akteure vom hier begünstigten grosskapital haben trotz der steuererleichterungen beim kapitaljonglieren unglaubliche geldmengen vernichtet und arbeitsplätze sowieso.

darüber wird kaum gesprochen.

es grüsst

peteke